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Privat7 min Lesezeit5. April 2026

Schimmel in der Wohnung: Was tun — und was besser nicht

Schwarze Flecken in der Ecke, modrig riechende Fugen, beschlagene Fenster. Schimmel ist häufiger als man denkt — und gefährlicher als viele glauben. Was hilft wirklich?

Schimmel ist kein Kosmetikproblem

Schimmelsporen sind in jeder Berliner Wohnung vorhanden — das ist normal. Kritisch wird es, wenn Schimmel sichtbar wächst. Schwarze oder grüne Flecken an Wänden, in Fugen oder hinter Möbeln sind ein Zeichen dafür, dass Feuchtigkeit über längere Zeit vorhanden war. Und das hat Konsequenzen: für Ihre Gesundheit, für die Bausubstanz — und für Ihren Mietvertrag.

Warum entsteht Schimmel?

Die Ursache ist immer dieselbe: zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Luftzirkulation. Die häufigsten Auslöser in Berliner Wohnungen:

  • Wärmebrücken: schlecht isolierte Außenwände, besonders in Altbauten und DDR-Plattenbauten
  • Falsches Lüften: Fenster dauerhaft kippen statt kurz stoßlüften
  • Kochen und Duschen ohne Abzug: Dampf, der sich an kühlen Flächen niederschlägt
  • Möbel direkt an Außenwänden: keine Luftzirkulation hinter dem Schrank
  • Undichte Fenster oder Wasserleitungen: bauliche Mängel, die der Vermieter beheben muss

Was können Sie selbst tun?

Schritt 1: Ursache klären

Bevor Sie reinigen, klären Sie: Ist es Ihr Verhalten (falsches Lüften, hohe Luftfeuchtigkeit) oder ein baulicher Mangel? Kaufen Sie ein günstiges Hygrometer — liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60%, müssen Sie aktiv gegensteuern oder den Vermieter informieren.

Schritt 2: Richtig lüften

Die wichtigste Maßnahme gegen Schimmel kostet nichts: 3× täglich 5–10 Minuten Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster. Morgendliches Lüften nach dem Aufwachen, nach dem Kochen, nach dem Duschen. Fenster dauerhaft auf Kipp halten ist das Gegenteil von hilfreich — es kühlt die Wand aus, ohne die Feuchtigkeit abzuführen.

Schritt 3: Kleinen Schimmelfleck selbst behandeln

Bis ca. 0,5m² können Sie selbst reinigen — mit Schutzhandschuhen, Maske und einem der folgenden Mittel:

  • Isopropanol (70%): wirksam auf glatten Flächen, Fliesen, Glas
  • Schimmelentferner auf Chlorbasis: für Fugen und poröse Flächen, gut lüften
  • Wasserstoffperoxid (3%): schonender, für Tapeten und Holz geeignet

Wichtig: Schimmel nie trocken abwischen — das verteilt Sporen in der Luft. Immer feucht behandeln, dann sofort in verschlossenen Beutel entsorgen.

Wann ist ein Profi nötig?

Bei Schimmelflächen über 0,5m², bei Schimmel hinter Tapeten oder in Hohlräumen, bei Schimmel auf Gipskarton oder im Putz — dann reicht Haushaltsreinigung nicht aus. Professionelle Schimmelbeseitigung umfasst:

  • Feuchtigkeitsmessung in Wand und Putz
  • Biozidbehandlung mit zugelassenen Mitteln
  • Entfernung befallener Materialien wenn nötig
  • Dokumentation für den Vermieter

Wer zahlt — Mieter oder Vermieter?

Das ist die entscheidende Frage — und die Antwort hängt von der Ursache ab:

  • Baulicher Mangel (Wärmebrücke, undichte Leitungen): Vermieter ist zuständig und muss Mängelbeseitigung bezahlen
  • Falsches Lüften oder Heizen: Mieter ist verantwortlich
  • Unklare Ursache: Gutachter beauftragen — der Vermieter trägt im Zweifel die Beweislast, dass der Mieter schuld ist

Melden Sie Schimmel immer schriftlich an den Vermieter — per E-Mail mit Lesebestätigung oder Brief mit Einschreiben. Nur so haben Sie Nachweis, dass Sie die Meldepflicht erfüllt haben.

Schimmel bei der Wohnungsübergabe

Besteht Schimmel beim Auszug, sollten Sie ihn vor der Übergabe beseitigen lassen. Auch wenn der Schimmel durch einen Baumangel entstanden ist — im Protokoll sieht es erst einmal nach Vernachlässigung aus. Eine professionelle Schimmelreinigung inklusive Dokumentation schützt Sie vor unberechtigten Kautionsabzügen.

Soglo Gebäudereinigung übernimmt Schimmelreinigung im Zuge von Endreinigungen und Grundreinigungen. Sprechen Sie uns direkt an — wir bewerten die Situation realistisch und empfehlen nur, was wirklich nötig ist.

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